Selma Kruppschke - Bier wächst doch in der Flasche: Diesen Schuh ziehe ich mir nicht mehr an!

Bier wächst doch in der Flasche: Diesen Schuh ziehe ich mir nicht mehr an! - Selma Kruppschke
Beschreibung auf dem Buchrücken:
Bernd alias Selma Kruppschke ist ein schillernder und gefragter Travestiekünstler auf Events und VIP-Parties. Doch das war nicht immer so. In dieser Autobiographie erzählt Selma über ihre Anfänge als Friseur, ihr Leben zwischen Justiz und Obdachlosigkeit, Courage und den Glauben an sich selbst. Ohne vorgehaltene Hand, mit Witz und in erschreckender Ehrlichkeit und Offenheit schreibt Selma auch über ihre Zeit als Stricher und zeigt dem Leser eine Welt, die er vermutlich so nie erfahren würde. Die dunklen Seiten in ihrem Leben haben Selma geprägt und sie hat daraus gelernt. Deshalb glaubt sie heute nicht mehr alles, was man ihr sagt, auch nicht, dass Bier in der Flasche wächst ... 
Selma ist ein Mensch, der eine wundersame Wandlung durchlebt hat und sie weiß heute, wie wertvoll echte und ehrliche Freunde sind. Ihre Meinung: Ein Mensch ist deshalb nicht schlecht, nur weil er in der Vergangenheit von Lehrern und Vorgesetzten subjektiv und ungerecht bewertet wurde. 
Seien Sie mutig und lesen Sie dieses Buch.
 
Details:
Broschiert: 160 Seiten
Verlag: Printsystem Medienverlag; Auflage: 1 (13. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3938295678
ISBN-13: 978-3938295670
Größe: 21 x 14,8 x 1,4 cm
Teil einer Reihe? - Nein
 
Eigene Meinung: 
Ich kannte Selma durch Facebook und im März 2013 sah ich sie auf der Leipziger Buchmesse. Da las sie aus ihrem Buch vor und es hat mich einfach so gereizt, mal in das Buch reinzulesen, dass ich es einfach mitgenommen habe. Ich fand sie im Übrigen auch wahnsinnig sympathisch und da möchte ich natürlich auch Bernd - den Mann hinter Selma - kennenlernen. 
 
Der Lebensweg von Bernd bzw. Selma ist nicht immer gradlinig und es gab auch wahnsinig harte Zeiten, die aber in dem Buch auch nicht verheimlicht werden. Man versteht dann auch, warum aus Bernd Selma wurden und das das Leben - egal ob als Selma oder als Bernd - nicht nur schöne Seiten hat. Dadurch rückt Selma einfach näher an einen selber heran, weil man selber Höhen und Tiefen durchlebt und erkennt, dass es jedem so geht. Trotzdem wird in dem Buch nicht gejammert, sondern es wird nur beschrieben, was passiert ist und wie man es schaffen kann, sich selber wieder aufzurichten. Es bedient eben nicht das typische Klischee "vom Tellerwäscher zum Millionär", sondern zeigt den Lebensweg eines "normalen" Menschen, der einen Traum hat und versucht, diesen zu verwirklichen. Trotzdem lädt es nicht zum Träumen ein, weil es die harte Realität beschreibt und nicht geschönt ist.
 
Das Cover ist jetzt nicht so ganz meins - ich stehe nicht so auf Pink, obwohl es zu Selma wirklich passt. Aber den Blick von ihr finde ich wirklich schick, er ist so leicht verschmitzt - das finde ich passend für sie. :-)
 
Den Schreibstil von Selma fand ich angenehm zu lesen. Er sticht jetzt nicht besonders hervor, aber das muss er auch nicht, weil das Buch durch seinen Inhalt besticht.
 
Besonders interessant an dem Buch fand ich die Offenheit von Selma bzw. Bernd. Man lernt doch einen Menschen erst richtig kennen, wenn man etwas zu seinem Background weiß. Nach der Lesen von "Bier wächst doch in der Flasche" kennt man Selma bzw. Bernd wirklich wie eine gute Bekannte. Das freut mich sehr, weil ich sie als Persönlichkeit ganz toll finde. Zudem versteht man auch besser, warum sie gewisse Projekte unterstützt und fördert, die Begründung dafür findet man in ihrem Lebensweg, der ungewöhnlich und gleichzeitig gewöhnlich ist.
 
Fazit:
Ein tolles Buch über eine besondere Persönlichkeit, die offen und ehrlich dazu steht, dass das Leben eben nicht nur als eitel Sonnenschein besteht, sondern auch hart und unfair sein kann.
Wer Selma kennen lernen will, der sollte dieses Buch lesen, es zeigt viel mehr als man sich vielleicht bei dem Cover denkt.