Saskia Berwein - Todeszeichen

Todeszeichen (Ein Fall für Leitner und Grohmann, #1) - Saskia Berwein
Beschreibung auf dem Buchrücken:
In einer Grube im Wald werden die Überreste einer zerstückelten Frauenleiche gefunden. Schon bald steht fest: Sie ist ein weiteres Opfer des „Künstlers“– eines Serienmörders, der bereits fünf Frauen entführt, tagelang gequält und ihnen bei lebendigem Leib rätselhafte Bilder in die Haut geschnitten hat. Kommissarin Jennifer Leitner und Staatsanwalt Oliver Grohmann ermitteln fieberhaft, um den grausamen Killer endlich zu stoppen ...
 

 

Details:

 

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (12. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802589815
ISBN-13: 978-3802589812
Größe: 18 x 12,4 x 2,8 cm 

Teil einer Reihe: Ja, Teil 1 der Fälle von Kommissarin Jennifer Leitner und Staatsanwalt Oliver Grohmann

Eigene Meinung:
Eigentlich bin ich kein Thillerleser, aber wenn alle Thiller so sind wie dieser, dann werde ich noch Fan von dem Thillergenre.

Im Spessartstädtchen Lemanshain geht ein Serienkiller um, der inzwischen unter dem Namen "Künstler" bekannt geworden ist. Nicht nur, dass er die Frauen entführt und tagelang foltert, er ritzt ihnen auch rätselhafte Bilder in den Rücken. Lange tappt die Polizei im Dunkeln, bis Charlotte, die Tochter des letzten Opfers, selber Ermittlungen anstellt und dadurch selber in höchste Gefahr gerät.

Das Debüt von Saskia Berwein finde ich sehr gelungen. Sie zeichnet sehr realistische Charaktere, die nicht überspitzt wirken und die nah an den Leser herankommen. Besonders gut hat mir der Perspektivenwechsel gefallen, der sich Kapitel für Kapitel vollzogen hat. 

Die Charaktere, die Saskia Berwein sehr unterschiedlich gestaltet, machen die Spannung diese Romans aus. Jennifer Leitner, die Komissarin, die den "Künstler" unbedingt fassen will, ist eine Frau voller Gegensätze. Beruflich bekommt sie soweit alles auf die Reihe, aber die zwischenmenschlischen Beziehungen bleiben bei ihr einfach auf der Strecke. Sie ist sehr authentisch und das gefiel mir an ihr.
Oliver Grohmann hingegen ist für mich noch etwas im Dunkeln geblieben, was eigentlich schade ist, weil über ihn hätte ich gerne mehr erfahren. Er scheint sich für Jennifer zu interessieren, ist aber nicht der steife Typ aus dem Büro, der nur etwas sagt, aber es dann nicht macht. Er scheint einen starker Charakter zu besitzen und ich hoffe, man erfährt im nächsten Buch etwas mehr über ihn.
Charlotte, die in diesem Band eine Rolle spielt, als Tochter eines der Opfer, fand ich wahnsinnig interessant. Auf der einen Seite ist sie eine Studentin, die scheinbar kein großes Interesse an ihrem Studium hat, aber auf der anderen Seite ist sie jemand, der sich heimlich in die Bücherei der Privatuni der Stadt schleicht. Sie war im Charakter sehr vielfältig, aber gerade das fand ich gut. Sie bildet so den interessanten Kontrast zu Jennifer und Oliver.
Der Täter, von dem man in einem Großteil des Romans nicht viel erfährt, fällt zwar etwas in das typische "Täterklischee", aber trotzdem fand ich das nicht schlimm, weil die Geschichte so gut verpackt war, dass mich das am Ende gar nicht störte, obwohl er doch etwas im Dunkeln bleibt.

Obwohl die Morde äußerst brutal sind, wird der Täter nicht in Aktion beschrieben, also gibt es keinen Momente, in dem man durch die Augen des Täters sieht. Somit können auch Leser, die etwas schwächere Nerven haben, dieses Buch unbesorgt zur Hand nehmen, denn es wird nicht wirklich blutig oder brutal. Es gibt keine Kapitel oder eine Sequenzen aus der Sicht des Mörders, also vielleicht einfach mit diesem Buch mal in das Genre reinschnuppern, es lohnt sich wirklich.

Der Thiller hat mich von der ersten Seite in den Bahn gezogen und ich konnte mich nur schwer von ihm trennen, weil die Spannung gerade zum Ende hin so sehr zunahm, dass ich die letzten Kapitel wirklich in einem Rutsch lesen musst. Der Stil von Saskia Berwein fesselt einfach und das ist eine Art des Lesen, die ich sehr mag, weil ich möchte gerne komplett in die Geschichte eintauchen.

Fazit:
Ein spannender Thiller, der von Anfang an fesselt. Er zeigt einfach, dass Thiller nicht komplett blutig sein muss um ein guter Thiller zu sein und die Spannung hoch zu halten.